Mister Parkinson

Hast Dich einfach ohne zu fragen in mein Leben geschlichen,
bist seither nicht mehr von meiner Seite gewichen.
Du bist nicht mein Freund, eher mein Feind!
Mit dem sich gezwungen mein Alttag vereint!

Ich hat manchen Traum schon vor meiner Pension,
von Verpflichtungen frei, so sah ich mich schon.
Doch ich hab meinen Feind nicht mit einbezogen,
fühl mich von Mister Parkinson abscheulich betrogen.

Was tust Du mir an? Ich fühle mich schlecht,
das stressige Leben sich jetzt so an mir rächt?

Mit Tabletten und Pillen der Pharmazie,
ich nehm sie nicht gern, doch anders geht's nie,
Tabletten haben nicht nur das Gute allein,
Nebenwirkungen werden der ständige Begleiter sein.
Ob Kauf-, Sex- oder der Spiele, Sucht,
sie alle seien für immer verflucht.

Von Physio- und auch Ergotherapeuten,
lass ich mich zu Bewegungsübungen anleiten.
Auch befass ich mich mit der Rjngtherapie,
schwing mich locker mit den Beiden „smo- und auch vey".

So bleib ich beweglich und werde nicht steif,
dadurch ich besser Mister Parkinson begreift!
Er will, dass ich bald nimmer kann gehen,
selbst nicht auf den eignen Füßen zu stehn.

So kämpf ich mit Ergo- und Physiotherapie,
dagegen zu halten, geh nicht in die die Knie!
Doch manchma pagt Schmerz und auch Unbehagen,
keiner kann's sehn, ich muss sie ertragen.

Und wird meine Stimme leiser und leiser,
derAußenstehende meint ich wäre heiser,
dann steht an die nächste anstrengende'Thierapie,
vom Neurologen verordnet: „Die Logopädie"

Und sehn mich die Eeut frühmorgens schwankend gehn,
sie haben ihr eignes Urteil „Alkoholismus",
wollen meine Erkrankung nicht sehn.

So ist man verurteilt, obwohl nichts gesagt und getan,
man wird depressiv und der nächste Schritt steht nun an,
ja es folgt die selbst verordnete, soziale Isolation,
durch Hilflosigkeit, was bleibt einem anders schon?

Doch ein Lichtblick erscheint am Horizont,
die Selbsthilfegruppe von Mister Parkinson,
dort fragt keiner  und schaut auf mein wankenden Schiritt,
sie alle sind kundig, teilen das gleiche Geschick!

Verstehen sollst Du unsere Krankheit halt,
Beweglichkeit fehlt und Mimik eiskalt!
Ja so ist nicht die Krankheit selbst unser Laster,
sondern eher dasVorurteil Anderer, man fällt durch ein Raster.

Oh würden sie uns Parkis doch wie unser Schöpfer sehen,
ganz gleich ob Du nur sitzen kannst oder auch gehn!
Denn die Weisheit des Schöpfers sieht alle gleich,
egal welche Gebrechen, ob arm oder reich.

So bleibt nur der Wunsch, das Umfeld soll sehen,
und unsere Krankheit richtig verstehn.
Es geht nicht mehr schnell, schon gar nicht unter Stress,
mein eigne Gedanken - das Auto zu lenken - ich besser vergess.

Ob am Geldautomat oder im Supermarkt an der Kasse,
geht "Alles" zu Hektisch, was ich so sehr hasse.
Und dreht man sich um, schaut in fragende, vorwurfsvolle Gesichter,
wo bleibt da die Demut, der Verständnisse Lichter.

Genervt geh ich zum Auto und lade meine Sachen ein,
Da spür ich wie Blicke mich treffen gemein.
Ich starte mein Auto und fahre los,
die Blicke  werden nun riesengroß.

Jetzt greift einer hektisch zum Handy und wählt schnell,
versteh nicht was er damit zeigen will
Könnt es bedeuten mit all ihren Blicken,
meine Fahrerlaubnis wird nun als Zeitllombe ticken?

Ich habs's nicht mehr weit, bin gleich zu Haus,
dann ruh ich mich erstmal ein wenig aus.
Doch zu Haus angekommen wartet dort schon,
ein Ordnungshüter in seiner Person.

Ich erkläre ihm ruhig auf meine Art, gib ihm zu versten,
bin leider erkrankt, kann nicht immer sicher gehn.
Er prüft die 'Papiere und gibt sie zurück,
wünscht allzeit gute Fafirt, im Leben viel Glück!

Xanten im Juni 2016
 

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