Ärztliche Videobegleitung

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Fax vom 14.11.2014 bitten Sie um Mitteilung, welche Erfahrungen ich mit der ambulanten videogestützten Parkinsontherapie bislang gemacht habe.

Sehr gut empfand ich hierbei sowohl die begleitende Fürsorge durch meinen Neurlogen Dr. Behrens mit den schriftlichen und telefonischen Anweisungen als auch die Betreuung durch die dortige Krankenschwester Frau Dieter (später Frau Braun). Hierdurch fühlte ich mich gut aufgehoben und behütet.
Gut fand ich ferner, die durch Fax mitgeteilten Hinweise, insbesondere die durchzu-führenden „Aufgaben des Tages" vor der Kamera. Hierbei sprachen mich 5 Aufgaben besonders an, die mir persönlich auch weiterhelfen:
•    Muster nutzen (z.B. auf weißen Blättern gehen)
•    Weg der Achtsamkeit (positives Denken)
•    Freezing (Gehblockaden überwinden)
•    Sturzprophylaxe (Das Recht haben, sich Zeit zu nehmen)
•    Zur Ruhe kommen (Aufmerksamkeit, Atemzüge zählen pp.)

Bei den Videoaufnahmen ertappte ich mich dabei, mich bzgl. der Beweglichkeit, besonders beim Gehen vor der Kamera, besser darzustellen als es den tatsächlichen Gegebenheiten entsprach.

Für mich war die Zeit der Tageszusammenfassung manchmal etwas zu kurz, eine folgende zweite Aufnahme hierfür wollte ich aber dafür auch nicht aktivieren.

Den Zeitrahmen von 15 — 17 Uhr für die Übungsaufgaben vor der Kamera fand ich zu kurz, vielleicht könnte man den Zeitrahmen ausdehnen oder auf zwei Tageszeittermine verteilen.

Die Noteneinteilung bezüglich der Beurteilung der Beweglichkeit von 1 bis 6 erlebte ich als zu knapp, eine Einteilung von 1 — 10 würde mehr Differenzierungsmöglichketen erlauben.

Die Frage bei der ersten sowie den folgenden Videoaufzeichnungen: „Wie beweglich waren Sie vor einer halben Stunde" greift meines Erachtens zu kurz (besonders bei der morgendlichen Aufzeichnung, wenn man gerade wach geworden, aus dem Bett gekommen und direkt vor der Kamera getreten ist). Insgesamt könnte hier jeweils abgefragt werden, wie die Beweglichkeit seit der letzten Videoaufnahme sich verändert hat.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass mir die ärztlich unterstützte Videobegleitung bei der Behandlung meiner Parkinsonkrankheit sehr geholfen hat. So konnten die Medikamente auf meine Beschwernisse gezielt abgestellt werden. Mir geht es jetzt sowohl physisch als auch psychisch deutlich besser als vor Beginn des Behandlungsprogrammes. Dafür allen Beteiligten herzlichen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

P.S.  Eine Abschrift dieses Schreibens habe ich mit gleicher Post auch meinem Neurologen, Herrn Dr. Behrens, Schlossstraße 22, 52428 Jülich, zukommen lassen.
 

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